PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aus dem Leben eines BOGY-Praktikanten am LSH


valentin
22.03.2010, 15:29
Im Sinne des BOGY-Praktikums absolviere ich 10 Tage am Institut für Kriminologie, um eine genauere Sicht der Dinge zu bekommen, wie ein Institut arbeitet und organisiert ist. Die Wahl für genau dieses Themengebiet erschließt sich aus meinem Interesse für Rechtsfälle und Rechtswissenschaft, auch aus eigener Erfahrung heraus. Auch hat mein Bruder vor einiger Zeit ebenfalls an der gleichen Stelle sein BOGY absolviert.

Tag 1 - Montag, der 22. März 2010

9:00 beginnt mein Arbeitstag. Eine freundliche und entspannte Stimmung kommt meinem Unwissen, wo ich genau lande, sehr entgegen. Zusammen wird ein Aufgabenplan gestaltet, der mir genauere Einblicke verschaffen soll.

9:30 führt mich der Chef, Prof. Dr. Roland Hefendehl, durch die Gemäuer des Instituts. Ein schöner Altbau, mit Kicker im Keller und Karnickel im Garten. Genutzt wird der erste Stock, die Bibliothek im Erdgeschoss. Die Pflege des Gartens fällt in den selbst ernannten Aufgabenbereich des Chefs.

9:50 bekomme ich meine erste Aufgabe. Im Treppenhaus befindet sich eine Tafel mit Zeitungsausschnitten über aktuelle Rechtsfälle. Um diese zu aktualisieren, werden Zeitungen durchforstet und gefiltert. Um einen Einblick in das Profil und den Schaffensbereich meines Praktikumsbereiches zu bekommen, übernehme ich diese Arbeit und helfe beim Aktualisieren der Aushängetafel.

11:50 unterbreche ich meine Arbeit, um mit einer studentischen Mitarbeiterin, Sarah Horn, zur Post zu gehen, Bücher auszuleihen und wohl als Primärziel, die Uni ein bisschen näher kennen zu lernen.

12:30 pünktlich zur Mittagessenszeit treffen wir wieder beim Institut ein. Als gäbe es nichts Böses auf der Welt, strömen die Mitarbeiter aus den Büros, um die Nahrungsaufnahme in der nahe gelegenen Mensa zu tätigen. Zu fünft begeben wir uns zu unserem wohl verdienten Mahl in die Mittagspause.

14:00 führe ich meine Arbeit zu Gunsten der Tafel im Treppenhaus weiter. Werte Zeitungen aus, bekomme einige Artikel abgesegnet und beginne einen genaueren Blick für das Profil des Instituts zu bekommen.

14:45 werde ich von Jochen beim Erstellen eines Board-Accounts unterstützt und beginne mit dem Protokoll meines ersten Tages. Nach einer ersten Version durchstöbere ich noch einige Zeitungen, bekomme eine erste Rückmeldung meines Protokolls und verlasse um 16:00 das Institut.

Die relativ geringe Mitarbeiterzahl und das entspannte Klima erleichtern den ersten Tag und lassen auf Neues hoffen.

Valentin "Valle" Kreusch

jochen
23.03.2010, 14:42
Lieber Valentin, das liest sich klasse! Und damit das auch gelesen wird, gibt's jetzt ein eigenes Unterforum für Dein Tagebuch. Viel Spaß damit.

valentin
23.03.2010, 15:27
Vielen Dank, lieber Jochen. Es erfreut jeden Autor eine positive Rückmeldung zu bekommen und mit eigener virtueller Spielwiese schlägt mein Schreiberherz sofort höher. Ich hoffe ich kann dich und selbstverständlich alle anderen Leser auch, noch eine Zeit lang unterhalten und auf dem Laufenden halten.

valentin
23.03.2010, 15:38
Tag 2 - Dienstag, der 23. März 2010

9:00 betrete ich pünktlich meinen Arbeitsplatz. Da ich verhältnismäßig lange schlafen kann (man sollte bedenken, dass ein Schüler seinen "Arbeitstag" um 7:50 beginnt), bin ich guter Stimmung und bereit für neue Taten.

9:20 empfangen mich letzte Überreste meines vorherigen Tages. Es gilt die Zeitungen noch nach einem oder zwei Themen zu durchforsten. Die Routine und mein geschultes Auge helfen mir, dies geschwind zu erledigen.

10:00 bin ich bereit für ein neues Aufgabengebiet und um mich in die einzelnen Bereiche des Rechts zu vertiefen. Strafrecht im Allgemeinen und die Lehrveranstaltung WuV (Wiederholung und Vertiefung) wird mir von Dominik näher gebracht. Dies eben genannte Projekt dient dazu, Studenten das Strafrecht anhand von klassischen und aktuellen Fällen näher zu bringen und durch diese auf Klausuren im ersten Staatsexamen vorzubereiten.
Damit ich nicht nur aus Erzählungen lerne, greife ich ihm unter die Arme. Meine Aufgabe ist es, Rechtsfälle zum Thema "Gefährliche Körperverletzung" aus einer speziellen Datenbank zu suchen und Dominik zuzuspielen, damit er diese für WuV benutzen kann.

12:30 klingelt die innere Uhr, es ist Zeit sich zu stärken. Wir begeben uns gemeinsam in die Mensa, um uns unser Mahl einzuverleiben.

14:00 nutze ich die Zeit, um mit Annkatrin das Jugendstrafrecht näher kennen zu lernen. Gestärkt durch einen Kaffee erläutert sie mir den Aufbau, Sinn und Unterschied zum "normalen" Strafrecht. Auch in diesem Bereich finde ich praktische Anwendung im Auswerten von Statistiken und bekomme so einen Einblick in die verschiedenen Sanktionen und deren Anwendung.

15:20 ist es nach Erledigen verschiedener kleinerer Arbeiten an der Zeit, mein Protokoll zu beginnen und über den Tag zu sinnieren.

valentin
24.03.2010, 15:47
Der Dritte Tag

9:00 betrete ich etwas müde das Institut. Da mein Schulrhythmus durcheinander ist, komme ich in leichten Stress an diesem Morgen, doch dies steht meiner Pünktlichkeit nicht im Weg. Die meisten Mitarbeiter sind bereits in ihre Arbeit vertieft und so kann auch ich, voller Tatendrang, mit dem Protokollieren verschiedener Rechtsfälle, die ich gestern raussuchte, zu beginnen. Ich versuche Sachverhalte zu erkennen und diese zu bewerten.

10:20 beginne ich die Arbeit der studentischen Hilfskräfte zu unterstützen. In diesem Sinne kontrolliere ich die Richtigkeit und Aktualität verschiedener Fußnoten und prüfe, ob in einer Arbeit die aktuelle Rechtsprechung und Literatur verarbeitet ist.

12:00 beginne ich mit einer Arbeit, die jedes Institut, unbeachtet des Themengebietes, machen muss. Kopieren, zusammenheften und ordnen. Eine willkommene, da teilweise körperliche Arbeit.

12:30 verlasse ich meinen Arbeitsplatz am Drucker, um ihn gegen den Speisesaal zu tauschen. Wie bereits die vorherigen Tage wird in der Mensa gespeist. Dank der Solidarität meiner Mit- und Vorarbeiter kann ich die Problematiken meiner alten Mensakarte überwinden. Im Institut trinkt man noch einen Kaffee und schreitet stark und unbeirrt zurück in die Büros.

14:00 wird mir die formale Strenge gelehrt, welche das äußere Bild eines Textes, verfasst durch Mitarbeiter des Instituts für Kriminologie, verlangt. Mit dieser Erkenntnis beginne ich meine erste Aufgabe des Tages neu zu überarbeiten. Für einen nicht eingeweihten Beobachter mag diese penible Achtsamkeit auf Äußeres unwirklich und unverständlich erscheinen, doch man sollte niemals die geschulten Augen und die Wertschätzung des Chefs Prof. Dr. Roland Hefendehl auf diese Punkte unterschätzen.

15:30 ist es wieder einmal an der Zeit, mir den Tag durch den Kopf gehen zu lassen, Gelerntes noch einmal aufleben zu lassen und all dies schriftlich für all meine Leser zu verfassen.

valentin
25.03.2010, 15:55
Tag 4 – Donnerstag, der 25. März 2010

8:32 erwache ich aus dem Schlaf. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich mich im Halbschlaf dazu entschieden habe, den Wecker nicht zu beachten und weiter zu schlafen. In Eile mache ich mich fertig und begebe mich in Richtung meiner Praktikumsstelle.

8:59 betrete ich pünktlich wie immer das Institut. Kein überhörter Wecker kann mich aus der Bahn werfen, denn ich scheine die Pünktlichkeit mit Löffeln gegessen zu haben. Der Chef spricht mit mir mein Protokoll des gestrigen Tages durch und ich beginne mit Arbeiten in der Bibliothek. Ich ordne neu ein, schaffe Platz und ermögliche somit, neue Werke dazu zu stellen.

10:45 schreite ich hinauf, um weitere Arbeiten zu verrichten, die den Mitarbeitern sinnvoll und meiner würdig erscheinen. So helfe ich der jungen, studentischen Hilfskraft Anne Huhn beim Recherchieren, Ausdrucken und Ordnen verschiedener Aufsätze für eine Festschrift. Alles für den Chef.

12:30 beginnt das alte, immer wiederkehrende Ritual. Die Mitarbeiter strömen aus ihren Büros, die Mägen knurren und so begeben wir uns in die Hallen der Mensa, um uns für den restlichen Tag zu stärken.

13:00 sitzen wir voller Erwartung bereits wieder im Institut. Mein Mathematiklehrer Herr Braun hatte angekündigt, mich auf meiner Praktikumsstelle zu besuchen. Die Zeit verstreicht, nervös wird auf den Kaffee gestarrt, der eine oder andere erzählt einen Witz, um die Stimmung zu lockern, doch Herr Braun kommt nicht. Ist ihm etwas zugestoßen? Doch 10 Minuten vor 14 Uhr klingelt es und der Herr Lehrer betritt das Institut. Erleichtert stellen die Mitarbeiter sich vor und der Chef, der Mathelehrer und ich halten eine kurze Lagebesprechung. Alles in bester Ordnung.

14:15 nutzen Prof. Dr. Roland „Wolfgang“ Hefendehl und ich die restliche Sonne, um den Garten in Form zu bringen. Eine willkommene Abwechslung zum alltäglichen Bürojob.

15:00 sind wir bereits fertig. Braun gebrannt stehen wir wieder im Institutsgebäude und ich recherchiere nach Aufsätzen in der heimischen Bibliothek und kopiere einige von ihnen.

15:30 . Die Sonne schwindet, es ziehen Wolken am Himmel auf. Zeit, nachdenklich zu werden, deshalb beginne ich mit dem Protokoll, wie jeden Tag. Nach dieser Arbeit ist es Zeit, mit Jochen mein Protokoll zu besprechen und den Arbeitstag für beendet zu erklären.

valentin
26.03.2010, 14:55
Tag 5 – Freitag, der 26. März 2010

9:01 erreiche ich, leider minimal verspätet, die Räumlichkeiten des Instituts. Nach meiner Fehleinschätzung am Morgen, dass es warm genug sei für eine kurze Hose, bin ich froh, ins warme Haus zu treten. Doch nein, man lässt mir nicht viel Zeit, die Wärme zu genießen, denn P. R. und ich bringen gesammelte Pfandflaschen weg. Denkt man, Juristen würden nur Akten kennen, liegt man falsch, denn ein Jurist tätigt auch körperliche Arbeiten wie diese.

10:30 stürze ich mich wieder in die Kälte. Ich suche meine Schule auf, um mich dort darum zu kümmern, meine Mensakarte zu aktualisieren. Enttäuscht stelle ich fest, dass Fortbildungen der Sekretärin wichtiger sind als meine Mensaprobleme. Schade.

11:00 hoffe ich, die Wärme des Instituts endlich nutzen zu können. Meine nächste Aufgabe baut auf früheren Recherchearbeiten auf, ich versuche Rechtsfälle zu lösen bzw. die Problematiken zu erkennen. Auch hier wird mir die Erkenntnis zuteil, dass Juristen mehr als Akten kennen, denn wer diese Akten genau liest, den überrascht die Realitätsnähe. So steht geschrieben, dass die Hand eines Karatekämpfers KEIN gefährliches Werkzeug sei, wenngleich auch diese schwere Verletzungen herzurufen vermag. Der aufmerksame Leser fragt sich nun, wie handhabt man einen Fall der gefährlichen Körperverletzung, wenn der Karatekämpfer eine Handprothese hat? Fragen über Fragen schießen mir durch den Kopf. Doch die beiden guten Seelen/Mitarbeiterinnen Tina und Sarah helfen mir aufopfernd, diese Gedanken zu verwerfen und mir den Kopf über wichtigere Dinge zu zerbrechen.

12:30 lassen wir, diesmal ohne Chef, der leider nicht im Haus ist, das Mittagessensritual aufleben und begeben uns in die Mensa. Hier bedanke ich mich herzlich bei Dominik für sein solidarisches Verhalten. Wer solche Mitarbeiter hat, brauch keine Freunde, oder so.

14:00 ist es vorbei mit der entspannenden Mittagspause und dem netten Geplauder im Office. Ich beginne wieder mit der Aufgabe, welche ich um 11 Uhr begann. Wieder erkenne ich die Realitätsnähe zum wahren Leben draußen auf der Straße, denn selbst ich scheine bewaffnet zu sein, im weitesten Sinne. Diese Erkenntnis erschließt sich daraus, dass die Art der Verwendung eines Gegenstandes von Belang ist. So kann selbst ein Strumpf ein gefährliches Werkzeug sein, wenn der Täter sein Opfer damit stranguliert. Mit diesem Gedanken freue ich mich auf den Sommer. Strumpffrei, ungefährlich und warm.

14:39 tippe ich etwas früher als gewohnt meinen Tagesablauf. Auch diesmal liegt mir alles daran, den Leser zu fesseln und über das Leben eines BOGY-Praktikanten am LSH zu informieren.

Nun schaue ich auf 5 Tage voller neuer Erkenntnisse, Erfahrungen und Bekanntschaften zurück. Manch einer würde jetzt sentimental werden und der vergangenen Zeit hinterher trauern, doch nicht Valentin "Valle" Kreusch, er schaut in die Zukunft. Vor mir liegt ein Wochenende und danach sehe ich all dies hier wieder, für weitere 3 Tage. Mutig und erhobenen Hauptes, stolz auf mein Werk, das Institut ein Stück weiter gebracht zu haben, beende ich meinen Aufsatz mit den Worten: bis bald, schönes Wochenende und vergesst mich nicht.

Valentin „Valle“ Kreusch

valentin
29.03.2010, 15:49
Tag 6 – die zweite Woche


Auch in der zweiten Woche bin ich gespannt, was auf mich zukommt. Gibt es spannende neue Fälle? Helfe ich bei juristisch wichtigen Aufsätzen, die das Fundament des Strafrechts erschüttern? Werde ich Teil einer bahnbrechenden Erkenntnis? Oder wird mir die zermürbende Routine eines Arbeitstages, wie er im Buche steht, zuteil? All diese Fragen versuche ich in meinem Protokoll, direkt oder indirekt, zu klären.


8:59 stehe ich pünktlich vor dem Institut. Der Chef begegnet mir noch vor der Tür und wir gehen gemeinsam hinein. Drinnen wird noch bei einem Kaffee der Tag besprochen und so langsam dümpeln die Mitarbeiter in die Hallen des Instituts.

9:45 überprüfe ich eine Liste einiger Bücher, ob diese auf dem aktuellen Stand sind. Kein Problem, und gewissenhaft erledigt.

10:15 nutze ich meine Zeit, um Zeitungen, wie zu Beginn meiner Schaffenszeit an diesem Institut, auszuwerten. Ich unterbreche diese Arbeit dennoch, um mich über den Aufbau eines Jurastudiums zu informieren und lese zusätzlich die Aufgabenstellungen für eine Hausarbeit im Strafrecht. Knifflige Angelegenheit, und so manch ein Professor scheint ein Fan von Steven Soderbergh zu sein. Mein Eindruck, dass Jura und Strafrecht komplizierte Haarspalterei und Auslegungssache sei, scheint sich mit der Dauer meines Praktikums zu manifestieren, gleichwohl oder gerade deswegen ein interessantes, vielfältiges Feld.

Überraschend besucht mich meine Deutsch- und Gemeinschaftskunde-Lehrerin Frau Guggenberger auf meiner Praktikumsstelle. Anscheinend durch Organisationsschwierigkeiten komme ich zu diesem zweiten Besuch durch eine Lehrerin. Ich zeige ihr meine Arbeit und wir führen noch ein Gespräch mit dem Chef Prof. Dr. Roland Hefendehl. Sie scheint zufrieden zu sein und wir verabschieden uns freundlich.

12:30 ist es Zeit für das Mittagessen. Hungrig gehen wir zur Mensa, essen und schreiten gesättigt zurück in das Institut. Keine spannende, aber eine lebensnotwendige Angelegenheit.

13:40 beende ich meine Mittagspause frühzeitig, um beim Postholen zu helfen, mich im Seminar über interessante Gerichtsverhandlungen zu informieren und um die Struktur der Uni näher kennen zu lernen. Leider fällt keine sonderlich interessante Verhandlung in den Zeitraum meines Praktikums, aber sollte ich doch eine besuchen, wird der Leser, welcher meine Berichte verfolgt, darüber informiert.

14:20 stehen wir wieder einmal im guten, alten Institut. Ich arbeite weiter an den Zeitungen und helfe hier und da bei kleinen Arbeiten, die schlicht und ergreifend erledigt werden müssen. So langsam schleicht sich auch bei mir eine gewisse Routine ein, aber dies lässt sich wohl an keinem Arbeitsplatz vermeiden, auch nicht bei einem BOGY-Praktikum.

valentin
30.03.2010, 16:05
Tag 7 – Dienstag der 30. März 2010

9:00 schreite ich die Treppen des Instituts hinauf und öffne die Tür. Kein wohliger Kaffeeduft strömt mir entgegen, keine fröhlichen Stimmen hallen in den Zimmern, nein, die Mitarbeiter sind bereits alle fleißig bei der Arbeit. Ich begrüße den einen oder anderen und beginne selbstständig mit den restlichen Zeitungen. Eine Arbeit, für die ich viel Lob ernte, da sie sehr zeitaufwändig ist.

10:00 beginne ich mit einer Recherchearbeit für den Chef. Ich lege eine Tabelle über verschiedene Netzwerke an und lege fest, ob diese positiv oder negativ zu bewerten sind. Dazu erörtere ich verschiedene Formen der Anonymität bzw. in welchen Bereichen diese wie zu bewerten ist.

12:30 unterbreche ist meine fast vollendete Arbeit, um meinen knurrenden Magen in der Mensa, gemeinsam mit 5 Begleitern und Begleiterinnen, zu füllen. Bevor Sarah und ich zurück ins Institut gehen, holen wir noch Post. Am Ort des Schaffens ist der Kaffee, pünktlich zu unserem Eintreffen, fertig gebrüht und Dominik, Jochen und ich diskutieren noch ein wenig über die Problematiken von Bundeswehr und Zivildienst. Man solle nicht denken, wir nützten unsere Mittagspause, um zu faulenzen.

14:20 setze ich meine begonnene Arbeit fort und vollende sie, soweit es mir möglich ist. Zur Abwechslung verstaue ich noch mit Sarah Bücher in der von mir neu geordneten Bibliothek und sie zeigt mir die Funktion des Institutskickers. Leider siegt sie, selbstverständlich unverdient, 16 zu 14 in der Nachspielzeit.

14:40 schaue ich auf die Uhr, ich liefere meine Arbeit beim Chef ab und gehe, bereit dem zuziehenden Himmel die Stirn zu bieten, hinaus, um mit Sarah erneut bei der Post, beim Seminar und bei der Buchabholstelle vorbeizuschauen.

15:10 recherchiere ich, mit ein wenig Hilfe, nach einem Buch für den Chef und beginne dann mit meiner Lieblingsaufgabe. Ich erzähle euch, meinen Lesern, etwas über meinen Tag, vermittle euch meine Eindrücke und versuche euch das Bild zu suggerieren, wie das Leben in einem Institut prosperiert, gedeiht, ja floriert.

Mir wird bewusst, dass der kommende Tag mein letzter sein wird und somit beende ich mein heutiges Protokoll mit den Worten: carpe diem.

valentin
31.03.2010, 15:37
Tag 8 - mein letzter Tag am Institut?

9:00 weicht mein Arbeitstag schon von meinem normalen, in den letzten Tagen eingespielten Rhythmus ab. Ich organisiere ein kleines Abschiedsgeschenk für meine Mitarbeiter, aufopfernden Gastgeber und Mentoren.

10:00 betrete ich dann das Institut. Voller Tatendrang suche ich Arbeit und selbstverständlich findet sich auch immer etwas. Ich löse erstmal ein Rätsel voller kriminologischer Fragen des Jens Puschke nach phänomenaler Recherchearbeit mit Bravour, dann beginne ich mit dem Sortieren von Ordnern und Akten.

11:00 werde ich Gast einer Magisterprüfung. Die Themen, denen sich der Politologe stellen muss, sind Terrorismus und organisierte Kriminalität. Ich folge gespannt den Worten des Studierenden und den Fragen des Professors.

11:30 ist die spannende Prüfung bereits vorbei. Ich widme mich wieder den Akten und lese nebenher einige der Artikel darin. Strafrecht, Jugendstrafrecht und so weiter und so fort, die Arbeit zieht sich auf Grund meines Mitlesens etwas in die Länge.

12:30 begebe ich mich das letzte Mal zum Schmausen in die Mensa. Ich schaue nervös auf die Uhr, auf 10 nach 1 hatte ich eine Bestellung zum Institut aufgegeben.

13:00 sitzen wir pünktlich im Office, der Kaffee köchelt und 10 Minuten später werde ich auf meinem Handy angeklingelt. Draußen nehme ich meine Bestellung in Empfang und trage sie in den ersten Stock. Erdbeerkuchen für alle ist mein Abschiedsgeschenk.

14:00 ist die Pause vorbei und es geht zurück an die Akten, ich unterbreche diese Arbeit jedoch bald, um mit Anne Huhn zur UB und Poststelle zu gehen. Mit 2 großen Paketen gehe ich zurück, Bescherung für Jens.

14:40 sortiere ich die letzten Akten. Die Erschöpfung macht sich breit, der Schweiß steht auf meiner Stirn, ich habe es geschafft.

15:00 beginne ich mein letztes Protokoll. Was möchte der aufmerksame Leser von mir wissen? Welche Neuigkeiten kann ich ihm vermitteln? Schreibe ich ein Fazit? Ich weiß es nicht. Möglicherweise brauch ich einige Tage, um über die Erlebnisse nachzudenken, ein Fazit zu schreiben und mein neu erworbenes Wissen entfalten zu können.

Ich schließe dieses Protokoll mit einem Danke an diejenigen, die dieses Praktikum mitgestaltet und ermöglicht haben, und auf Wiederhören, natürlich auch an meine Leser.

Valentin "Valle" Kreusch - der Praktikant